Schön, dass Du da bist =^..^=
Kerstin's ... ganz einfach!

Mittwoch, der 04.11.2015

 

 

 

 


 
Die Nacht war lang, unruhig und schlaflos. Es ist 6:00 und es gibt die Tagesration an Tabletten gereicht. Um 7:00 steht meine Bettnachbarin auf und somit ist die Nacht endgültig vorbei, an Schlaf so nicht mehr zu denken. Bis sie im Bad fertig ist, bleib ich im Bett liegen und sehe ein wenig auf die Ostsee, die sich tatsächlich noch genau da befindet, wo ich sie in Erinnerung hatte. Nun will ich gerade ins Bad, die Tür zum Flur geht auf, Blutdruck und Temperatur sollen gemessen werden. Ich wieder ins Bett. Die Werte sind so Ok, keine erhöhte Temperatur wie gestern. Neuer Versuch, ich schaffe es zumindest zum Klo zu gehen. Die Tür zum Flur geht wieder auf und nun wird Blut gezapft ... oder auch nicht ... kommt nichts ... Also anderer Arm, läuft, alles bestens. Wie dusche ich denn jetzt? Halte ich mir nun doch mit Links das Pflaster auf den rechten Arm und mit Rechts das Pflaster auf den linken Arm fest. Ich warte also noch einen kurzen Moment, bevor ich ohne Pflaster unter die Dusche schleiche. Sauber und getrocknet setze ich mich nun endlich an den Frühstückstisch, auf dem seit mehreren Minuten mein inzwischen erkalteter Kaffee und das ebenso abgekühlte Ei auf mich warten. Noch während ich esse kommt ein Pfleger vorbei und entführt meine Zimmergenossin zum Durchmessen der Nerven an den Beinen. Als sie kurz danach wieder hier erscheint, bin ich für die selbe Prozedur vorgesehen. Also den Gang ein Stück rauf, ins kleine Zimmer mit der kalten Liege begeben, Beine und Füße frei machen und auf der Liege Platz nehmen. Als erstes werden 2 Elektroden in die Kopfhaut geschoben ... etwas unangenehm, aber nach der Nummer mit der Blutabnahme nun auch nicht weiter tragisch. Nach und nach werden alle Nerven an den Beinen mit Stromschlägen auf Funktion getestet. Soweit scheint aber alles in Ordnung. Wenigstens etwas. Ich wanke also in mein Zimmer zurück, wo schon die Logopädin auf mich wartet. 30 Minuten Stimmtraining und Anweisungen zum Sprechen. Kaum ist die Dame aus der Tür, kommt die Physiotherapeutin rein geschneit. Kurzer Check ... dauert dann eher doch etwas länger ... Soll ja auch an alles gedacht werden. Aussage der Dame, ich sei eine Herausforderung für Ärzte und Therapeuten ... Punkt!
11:00 und meine Tablette ist fällig.
Ich sehe nun zufällig auf meinem Bett das Prüfsiegel an und stelle fest, dass mein Bett zum TÜV muss. Hab aber keine Zeit, weiter darüber nachzudenken.
Der Tumult vor der Tür läßt erahnen, dass die Visite kurz bevor steht. Und jetzt nicht nur bevor, sondern direkt vor mir. Insgesamt 6 Personen, darunter der Chefarzt, die Stationsärztin, eine Assistenzärztin und 3 weitere Weisskittel. Man ist sich bei mir einig, dass mir meine Medikamente wohl in gewohnter Form erhalten bleiben, dass aber die anderen Baustellen, so wie der Rücken und die Gefäße, abgeklärt werden sollen. Ok. 
Kaum haben die Herrschaften das Zimmer verlassen, kommt das Mittagessen und ein Herr, der mein Bett überprüft. Hmmm, Gedankenübertragung? Ich hab doch noch gar nichts dazu gesagt. Egal, ist ja super, dass auch mal was von alleine geklärt wird. Nun sitze ich also hier am Tisch beim Essen, der Herr neben mir überprüft sorgfältig den Zustand meines Bettes und schon wieder kommt ein Pfleger herein. Gibt jetzt zwischendurch mal kurz eine Spritze in den Bauch ... 
Jetzt fehlt nur noch die Ergotherapeutin, wobei könnte sie denn mal stören ... 
Doof ist ja nur, dass zur Zeit die Sonne scheint und ich hier nicht weg kann bevor sie da war.
13:45 öffnet sich die Tür ...
So, nun ist aber Ende im Gelände. Die Ergotherapeutin hat sich nun auch von der Richtigkeit meiner Anwesenheit überzeugt und mich in meinem Wunsch spazieren zu gehen unterstützt. Also dann, Jacke drüber, Schuhe an und raus in die Sonne. Der Weg an der Ostsee dürfte heute noch gut begehbar sein, aber wenn es erstmal anfängt zu regnen ..... Mit matschigen Schuhen lassen sie mich bestimmt nicht mehr aufs Zimmer.
 
Glück gehabt. Kaum zurück in der Tür, werde ich erneut dem Nervenquäler vorgeführt. Diesmal die Arme. Angenehm geht anders ...
 
Inzwischen ist es 16:19 und ich warte schon wieder ... Gleich geht zudem auch die Sonne unter und meine innere Stimme sagt mir, dass ich müde werde. Für heute war es genug.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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