Schön, dass Du da bist =^..^=
Kerstin's ... ganz einfach!

Dienstag, den 17.11.2015

 

 

 

 


Mein erster Gedanke heute Morgen nach dem Wachwerden war, dass ich nur noch eine Nacht hier verbringen werde und sich dann mein eigenes Bett wieder unter mir befindet. Ein schöner Gedanke und er läßt mich irgendwie auch nicht wieder los. Es schleicht sich aber auch noch ein zweiter Gedanke in meinen Kopf und der ist leider nicht so schön. Ich hatte ja gehofft, dass meine Rückenschmerzen keine Lust mehr auf mich hätten und sie mich darum auf ewig verlassen haben. Aber nein, sie haben sich wohl nur eine kurze Auszeit genommen und sind nun wieder da, um morgen früh mit mir nach Hause zu fahren. Ich lasse mich davon aber nicht beeindrucken und schwinge mich ohne Elan in Zeitlupe aus dem Bett um wenigstens vor meiner Zimmergenossin ins Bad zu schleichen. Das ist mir nun tatsächlich auch mal gelungen und war auch höchste Zeit, derweil es inzwischen auch schon 7:45 ist. Das Frühstück verschwindet heute nicht ganz so zügig in meinen Mund und ein Gespräch findet irgendwie auch nicht statt. Während ich gedanklich schon meine Sachen packe, konzentriere ich mich natürlich nicht mehr auf die Probleme, die mir meine Zimmergenossin zum wiederholten Male um die Ohren haut. Ich habe selber genug mit mir zu kämpfen, genug eigene Baustellen, die hier leider auch nur zum Teil abgeschlossen werden können und es bleiben noch viel zu viele Fragen offen, die mir hier leider auch niemand beantworten kann. Und darum will ich auch heute einfach nichts mehr von irgendwelchen Problemen hören, die nicht meine sind. 
Die Physiotherapeutin erscheint frohen Mutes bei mir und wir unterhalten uns darüber, was mir gut oder nicht gut getan hat, wie es mir jetzt geht und welche Erfolge, bzw. Nichterfolge sich in den letzten 2 Wochen bei mir eingestellt haben. Im Großen und Ganzen scheint meine Nackenmuskulatur etwas entspannter zu sein, das war es dann aber auch schon aus physiotherapeutischer Sicht. Sie schreibt mir noch kurz auf, woran ich zuhause denken sollte und welche Therapiemöglichkeiten für mich in Zukunft in Frage kommen könnten. Dann verabschieden wir uns voneinander. Die Ergotherapeutin massiert mir ein letztes Mal für diese 2 Wochen meine Hände, Unterarme und Finger und bevor auch sie sich von mir verabschiedet, wünscht sie mir noch alles Gute für die Zukunft.
Die Assistenzärztin nutzt ebenfalls nochmal die Gelegenheit und fragt mich nach meinem Befinden. Ich sage ihr, dass es mir heute etwas besser geht, das tut es aber auch nur, weil ich morgen wieder nach Hause darf. Ansonsten fände ich es sehr schade, weil es für mich medikamentös zur Zeit scheinbar keine andere Alternative gibt, als weiterhin mit L-Dopa zu arbeiten. Sie versucht mir Hoffnung zu machen, sagt mir, dass es doch auch viele Erkrankte gibt, die sehr lange mit ein und der selben Medikation stabil bleiben. Aber zurückblickend auf das letzte Jahr, scheint es bei mir leider anders abzulaufen. Um aber nicht jetzt schon in jungen Jahren allzu hoch mit dem L-Dopa zu dosieren, einigen wir uns darauf, dass meine Dosis vom Stalevo nicht von ursprünglich 4 x 100 mg auf 4 x 150 mg angehoben wird, sondern dass ich lieber mit 4 x 125 mg auf der sichereren Seite bleiben soll. Und dafür habe ich nun diese 2-wöchige Tortur in Kauf genommen ...
Es folgt noch eine schöne und entspannende Fußmassage und gleich im Anschluß das Mittagessen pünktlich um 12:00. Ich gönne mir nun eine kurze Verschnaufpause, um mir gleich danach unter der Dusche die Last der vergangenen Tage abzuspülen. Zu meiner Verwunderung erscheint jetzt aber niemand, der mir den Rücken schrubbt. Na gut, dann schrubbe ich den eben alleine. Ich trockne mich ab, schlüpfe in meine frische Wäsche und mache mich so langsam für den heutigen Abend fertig. Man könnte beinahe glauben, dass es sich bei der heute Abend anstehenden Tanzgymnastik um einen Abschlussball handelt ...
 
 
 
 
 
 
 

 

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